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    Streit um Neueintritte bei SCM-Wasserballern

     

    Verdacht: Aufnahmeliste wurde manipuliert

    Von Michael Bock und Rudi Bartlitz

    Magdeburg. Der ohnehin schon viel Aufregung hervorgerufene Masseneintritt von 319 neuen Mitgliedern bei den SCM-Wasserballern ( Volksstimme berichtete ) hat jetzt wahrscheinlich auch ein juristisches Nachspiel.

    Der für Wasserball zuständige Schwimm-Abteilungsleiter Jörg Gärtner bestätigte gestern der Volksstimme, dass inzwischen eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung vorliege. In ihr wird der Vorwurf erhoben, dass auf der Liste der Neumitglieder auch Personen auftauchen, die einen Aufnahmeantrag nie gestellt haben. Gärtner ist mittlerweile von der Polizei als Zeuge vorgeladen worden.

    Es scheint sich um keinen Einzelfall zu handeln. Gärtner – der inzwischen angekündigt hat, von seinem Amt zurückzutreten – bestätigte, dass er mehrere Anrufe und SMS-Nachrichten von Betroffenen erhalten habe, in denen gleichfalls von einer Manipulation die Rede sei.

    Von der Magdeburger Polizei war gestern Nachmittag noch keine Stellungnahme zu dem Vorgang zu erhalten.

    Hintergrund : Im Oktober hatte der SCM mitgeteilt, dass bei den Wasserballern gezielt Masseneintritte inszeniert worden seien. Die Wasserballer zählten bis dahin rund 130 Mitglieder, durch die Neueintritte erhöhte sich deren Zahl auf mehr als das Dreifache. Die Mitgliedsbeiträge für vier Monate ( September bis Dezember ) wurden von drei Personen in bar ( 10 058 Euro ) eingezahlt.

    SCM-Präsident Rolf Oesterhoff sagte seinerzeit, dass mit den Neueintritten das Präsidium bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aus dem Amt gedrängt werden sollte.

    Ende November teilte der Klub jedoch mit, dass das für eine außerordentliche Sitzung nötige Quorum trotz der Neu-Wasserballer nicht erreicht worden sei. Eine oppositionelle Gruppe im SCM kündigte daraufhin an, die " Zählweise " der Führung, gegebenenfalls auch rechtlich, prüfen zu lassen.

    (Quelle: VSM vom 08.12.2007)